Freitag 28.04. 20:00
Poetry in Portuguese
Lesung und Gespräch mit Denise Pereira (Portugal/Berlin) und Adelaide Ivánova (Brasilien/Berlin/Köln)
Nicht zufällig sind sich die brasilianische und die portugiesische Dichterin in Berlin begegnet. Denise Pereira, die seit ihrem zehnten Lebensjahr ihrer Faszination für Sprache und ihre Rhythmen und Melodien folgt, und Adelaide Ivánova, die sich für poetische und (foto-)graphische Ästhetiken interessiert, treffen sich am 28.04. im ORi zu einer Lesung, moderiert von der Übersetzerin Christiane Quandt.
Das Gespräch wird sich um Landkarten der Lusophonie, Berlin als vielsprachige Literaturstadt, über Feminismus und Poesie drehen. Auch das Thema Übersetzung wird zur Sprache kommen; die Schwierigkeiten und Chancen, die sich beim Übersetzen von Lyrik entfalten und die Art und Weise, wie die beiden Dichterinnen das Reibungsmoment des Lebens innerhalb des deutschen Sprachraums erleben und sich poetisch anverwandeln.
Bei beiden Autorinnen steht die weibliche Identität auf unterschiedliche Weise im Mittelpunkt ihres Schaffens. Während Denise Pereiras Texte abstrakt anmuten, mit sprachlichen Rhythmen und Klängen arbeiten und so poetisch symbolische Ebenen aufrufen, bewegt sich Adelaide Ivánova auf einer konkreteren Ebene. Ihre Texte entfalten in der Beschreibung brutaler Alltäglichkeiten eingängige Bilder und eine filmische Ästhetik. Im Vortragen der Gedichte kommt bei beiden auf unterschiedliche Weise eine bemerkenswerte poetische Kraft zum Ausdruck.
Die Diskussion findet auf Englisch statt, die Lesung ist Deutsch und Portugiesisch.
Denise Pereira begann bereits mit 10 Jahren, Texte zu schreiben und folgt seitdem ihrer Faszination für die Musikalität der Worte. Seit 2011 publiziert sie ihre Gedichte auf dem Blog Janela Inquieta (http://janelainquieta.blogspot.de/). Sie hat einen Doktortitel in Wissenschaftsgeschichte und singt seit 2012 in verschiedenen Chören. Seit 2014 nimmt sie regelmäßig an Poetry-Slam-Wettbewerben teil und rief 2016 die Musik-Poesie-Performance „Marioneta Inquieta“ ins Leben, die bereits mehrfach in Lissabon und einmal in Berlin aufgeführt wurde. Im August 2016 zog sie nach Berlin und betreibt seitdem das Musik-Poesie-Projekt „rui+Marioneta“ (https://soundcloud.com/ruimarioneta). Sie hat an dem großen Festival für nichtdeutschsprachige Literatur in Berlin Stadtsprachen als Autorin teilgenommen.
Adelaide Ivánova (Recife, Pernambuco, Brasilien) ist Journalistin, Photographin, Autorin und Übersetzerin. Ihr jüngster Gedichtband O Martelo (dt. Der Hammer), wurde 2016 in Lissabon publiziert und erschien 2017 bei Edições Garupa in Rio de Janeiro. Ihre ersten Buchpublikationen sind Autonomia (Fotografien, bei Oingado-Prés, 2014) und Polaróides (Césarea, 2014). Ihre Arbeiten wurden in Brasilien, Argentinien, den USA, Deutschland, Frankreich und Spanien gezeigt. Außerdem sind sie enthalten in den Sammlungen der L’arthothèque (Brest, Frankreich) und des Kunst Dieselkraftwerks (Cottbus, Deutschland). Ihre Fotos und Texte wurden von Zeitschriften wie i-D (England), Colors (Italien), The Huffington Post (USA), Modo de Usar & Co. (Brasilien), Suplemento Bernambuco (Brasliien), Der Greif (Deutschland), Vogue und Marie Claire (Brasilien), Ojo de Pez (Spanien) und Elle (China) publiziert. Sie lebt und arbeitet in Köln und Berlin.
Christiane Quandt ist Lateinamerikanistin und Übersetzerin für Spanisch und Portugiesisch. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift alba.lateinamerika lesen e.V. Sie hat 2016 das Teilprojekt des internationalen Literaturfestivals Stadtsprachen, „Operation Tetra-Pack“, geleitet und ist Mitherausgeberin der dazugehörigen Publikation, ebenso des Bandes zur aktuellen brasilianischen Literatur Novas Vozes. Zur brasilianischen Literatur im 21. Jahrhundert. Frankfurt / Madrid: Vervuert, 2013. Sie hat unter anderem Texte von Ricardo Lísias, Veronica Stigger, Ignacio Padilla und Ana García Bergua übersetzt. Zuletzt erschien 2017 in ihrer Übersetzung: Cristian Forte: Regla de Oro / Goldene Regel. Zweisprachige Ausgabe. hochroth Verlag Berlin.
www.christiane-quandt.de

Matthias W.



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