2013_09_04 Theoriesalon I

THEORIESALON

Mittwoch, 4. September 2013 | 21 Uhr

DISKUSSION

Understanding Digital Capitalism – wie Google und Co. den Kapitalismus verändern

Die Big Four des digitalen Kapitalismus – Google, Facebook, Amazon, eBay – gehören zu den finanzstärksten Privatunternehmen weltweit. Durch ihre Geschäftsmodelle, Unternehmenskulturen und Strategien prägen sie einen neuen Kapitalismus: sie sind die „ruling class oft he digital world“ (Nenad Romic). In der Reihe sollen sowohl ökonomische Fragen (Womit verdient Google eigentlich Geld?), technische Fragen (Was passiert eigentlich, wenn ich eine Suchanfrage stelle?), und gesellschaftliche Fragen (Wie verändern diese Firmen die Verhältnisse, in denen wir leben?) diskutiert werden.

Die Veranstaltung ist als einführendes Gespräch mit anschließender Diskussion geplant. Es besteht Zeit und Gelegenheit, Inhalt und Charakter der Reihe mitzugestalten, die im Oktober fortgesetzt werden wird.

Mit Timo Daum und Jessica Zeller


edit:

Handout zur Veranstaltung am 4. September 2013 im ORi, Friedelstr. 8

QUICK HISTORY OF SEARCH – WIE HABEN WIR VOR GOOGLE GEGOOGELT?
Nach einem kurzen Abriss über die Geschichte des WWW und der Möglichkeiten, dort Informationen zu finden, erklären wir, wie der Google PageRank funktioniert – der Algorithmus, der für die Auflistung der Suchtreffer verantwortlich ist.
Wie verdient Google Geld mit der Suche? Wie wird Werbung platziert? Nach welchem Prinzip funktioniert die Vergabe der Anzeigenplätze auf den Such-Ergebnis-Seiten? Wir erklären wie Google AdWords funktioniert.

IT’S THE INFRASTRUCTURE, STUPID!
Der Ansatz der Infrastructure Studies widmet sich der Frage, wie technische und andere Infrastrukturen sich auf die Verbreitung von Wissen, die Verteilung von Machtverhältnissen und das Nutzerverhalten auswirken.
Welche Entwicklungen im Internet sind für Google von Vorteil? Wie unterscheidet sich Googles Haltung gegenüber Fragen wie Copyright, Netzneutralität etc. von denen anderer Player wie z.B. Software- oder Telekommunikations-Unternehmen oder auch Digital Content Produzenten?

DIE KALIFORNISCHE IDEOLOGIE
Silicon Valley bestimmt seit Jahrzehnten, wie wir Informations-Technologie benutzen. Die dort ansässigen Firmen und Institute haben enormen ökonomischen, politischen und kulturellen Einfluss auf die Philosophie und Praxis der digitalen Kultur.
Das Konzept der „Californian Ideology“ erklärt diese Hegemonie aus der Verschmelzung von Neoliberalismus, Technikglaube und gegenkulturellen Elementen, die für Generationen kalifornischer entrepreneurs bis heute charakteristisch ist

GOOGLE, DER STAAT UND DIE PUBLIC DOMAIN
Die lässige Dominanz von Google in einem Feld, das seit der Aufklärung genuin staatlich gehegt wurde (Informationsspeicherung und Bildung) – ist das ein Symptom für state failure bzw. Kolonisierung der public sphere durch private corporations? Ist es an der Zeit, den Gedanken der commons – des unmittelbaren Übergangs von Information, Kultur etc. in den general intellect – auf die Tagesordnung zu setzen?

WEITERLESEN
Barbrook, Richard: Media Freedom: The Contradictions of Communications in the Age of Modernity, London 1995
Mars, Marcell: Ruling Class Studies (http://de.scribd.com/doc/30054819/ruling-class-studiesresearch-proposal). 2010
Levy, Steven: In the plex. How Google thinks, works and shapes our lives. New York 2011
Vaidhyanathan, Siva: The Googlization of Everything (and why we should worry), Berkeley 2011
Materialien des Institute of Network Cultures, Amsterdam (www.networkcultures.org)

 

KONTAKT zu Timo timodigital@hotmail.com


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