2015_7_16 Lesebühne Kai Pohl (3)

LESEBÜHNE

Donnerstag, 1. Oktober 2015 | 21 Uhr

Ich fang nochmal an… | Die Neuköllner Lesebühne

MY DEGENERATION – The very best of WHO IS WHO

Eine politisch-satirische Buchvorstellung der besonderen Art mit Lars-Arvid Brischke, Kai Pohl, Robert Mießner und Clemens Schittko

 

„Die Umbenennung der GEZ in ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice machte eine Umstellung einiger wissenschaftlicher

Namen erforderlich. So heißt Rose Ausländer jetzt Rosa mit Migrationshintergrund. Pippis Papa heißt jetzt in Deutschland nicht

mehr Negerkönig, sondern Südseekönig und spricht nicht mehr die Negersprache, sondern die Taka-Tuka-Sprache.“

 

 Das ist keine Satire, das ist bitterer Ernst. Willkommen an der Schwelle zur Verzweiflung.

 

Dieses Buch sorgt für die Notration Namedropping, damit die No-Name-Konkursmasse Bescheid weiß über die Prominenz im Koma. Es bedient (hoffentlich nicht) das uns allen gemeinsame Bedürfnis, übereinstimmender Meinung zu sein. Die angedeuteten semantischen Verwerfungen werden schon bald ein linguistisches Erdbeben auslösen. Dann wird DAS WORT, mit dem alles anfing, sein gerechtes Ende finden.

 

Die ersten Texte des Bandes verfasste Kai Pohl bereits 2004 in der Auseinandersetzung mit literarischen Cut-up- und Montagetechniken, die teilweise auf www-Suchmaschinenergebnissen beruhten. Einige Jahre später erhielt Clemens Schittko für sein Langgedicht Who is who/is who or what einen Lyrikpreis. Andere befreundete Autoren schickten ihre Variationen zum Thema. Sogar der Bund katholischer Dichter beteiligte sich – freilich ohne sein Wissen – an diesem Konvolut. Die Zusammenstellung gibt ein Beispiel für Sampling und kollektive Textproduktion im deutschsprachigen Raum.

 

 „Diese kollektive Textproduktion hat eine gemeinsame Grundlage im satirisch-politischen und spielerischen sowie im klanglich-assoziativen Zugriff auf die uns umgebende und geradezu bewusstseinstrübende Sprache. […] Kumulation ist ein Kennzeichen dieser Cut-ups, die beim Leser offenbar den Eindruck erzeugen sollen, von hohen potjomkinschen Sprachmauern umgeben zu sein, die um die wirkliche Wirklichkeit gebaut worden sind“  Wolfgang Gabler.

Eintritt frei

Bar geöffnet ab 20 Uhr | Lesung ab 21 Uhr


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