Lesung My Degeneration

Donnerstag, 1. Oktober  2015 | 21 Uhr

MY DEGENERATION: the very best of WHO IS WHO

12 MILLIONEN SCHEUERLAPPEN KÖNNEN SICH NICHT IRREN! 

Wir laden ein zu einer politisch-satirischen Buchvorstellung der besonderen Art mit Kai Pohl,  Lars Arvid Brischke, Robert Mießner und Clemens Schittko. 

„Die Umbenennung der GEZ in ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice machte eine Umstellung einiger wissenschaftlicher Namen erforderlich. So heißt Rose Ausländer jetzt Rosa mit Migrationshintergrund. Pippis Papa heißt jetzt in Deutschland nicht mehr Negerkönig, sondern Südseekönig und spricht nicht mehr die Negersprache, sondern die Taka-Tuka-Sprache.“

Das ist keine Satire, das ist bitterer Ernst. Willkommen an der Schwelle zur Verzweiflung.

Dieses Buch sorgt für die Notration Namedropping, damit die No-Name-Konkursmasse Bescheid weiß über die Prominenz im Koma. Es bedient (hoffentlich nicht) das uns allen gemeinsame Bedürfnis, übereinstimmender Meinung zu sein. Die angedeuteten semantischen Verwerfungen werden schon bald ein linguistisches Erdbeben auslösen. Dann wird DAS WORT, mit dem alles anfing, sein gerechtes Ende finden.

Die ersten Texte des Bandes verfasste Kai Pohl bereits 2004 in der Auseinandersetzung mit literarischen Cut-up- und Montagetechniken, die teilweise auf www-Suchmaschinenergebnissen beruhten. Einige Jahre später erhielt Clemens Schittko für sein Langgedicht Who is who/is who or what einen Lyrikpreis. Andere befreundete Autoren schickten ihre Variationen zum Thema. Sogar der Bund katholischer Dichter beteiligte sich – freilich ohne sein Wissen – an diesem Konvolut. Die Zusammenstellung gibt ein Beispiel für Sampling und kollektive Textproduktion im deutschsprachigen Raum.

„Diese kollektive Textproduktion hat eine gemeinsame Grundlage im satirisch-politischen und spielerischen sowie im klanglich-assoziativen Zugriff auf die uns umgebende und geradezu bewusstseinstrübende Sprache. […] Kumulation ist ein Kennzeichen dieser Cut-ups, die beim Leser offenbar den Eindruck erzeugen sollen, von hohen potjomkinschen Sprachmauern umgeben zu sein, die um die wirkliche Wirklichkeit gebaut worden sind“  Wolfgang Gabler.

Bar geöffnet ab 20 Uhr. Lesung und Performance: 21 Uhr


ORiAdmin



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