Anarchische Lüste, Donnerstag, 27. Juli 20.30 Uhr

Eine Hommage an den 2014 verstorbenen Verleger Bernd Kramer.

Bernd Kramer, am 22. Januar 1940 in Remscheid geboren, war acht Jahre Schriftsetzer und Buchdrucker, bevor er in Berlin 1967 Mitherausgeber der ersten anarchistischen Underground-Zeitung linkeck wurde. Zusammen mit seiner (im März 2014 verstorbenen) Frau Karin hatte Bernd Kramer seit Anfang der 1970er Jahre den Karin Kramer Verlag in Berlin-Neukölln betrieben, der für viele seiner Leserinnen und Leser zum Synonym für anarchistische Literatur werden sollte.

Über vier Jahrzehnte haben Bernd und Karin mit ihren Buchveröffentlichungen maßgeblich dazu beigetragen, dass auch im deutschen Sprachraum neu und vermehrt über Anarchie und Anarchismus nachgedacht und diskutiert wurde.

Der Verleger und Lyriker Hermann Jan Ooster liest aus Bernd Kramers: „Das Gasthaus zum letzten Yeti“. Das Vermächtnis eines Anarchisten. Eine irrwitzige Story, in der Martin Heidegger zusammen mit gewitzten Trinkern auf eine ungewisse Reise geht. Entführung oder die Suche nach dem Yeti? Der Verleger Hermann Jan Ooster liest grandios, was der Autor sonst vernuschelt hätte. Ein Riesenspaß.

Clemens Schittko liest neue Gedichte: „Der Aufstand kommt so oder so“ (Gonzo-Verlag 2017)

„Denn Anarchie ist die wahre Ordnung/ jedes Kind trägt sie in sich/
jeder Hochbetagte nimmt sie mit ins Grab/ und deshalb sag auch das/ und zwar genau so/ in dieser Reihenfolge .“

Clemens Schittko ist 1978 in Ostberlin geboren. Ausgebildeter Gebäudereiniger und Verlagskaufmann. Abgebrochenes Studium der Literatur- und Musikwissenschaft und Philosophie. Arbeitete u. a. als Fensterputzer und Lektor. lauter niemand preis für politische lyrik 2010. Letzte Buchveröffentlichung: Ein ganz normales Buch, Freiraum-Verlag, Greifswald 2016. Lebt in Berlin(-Friedrichshain).

Jannis Poptrandov liest: Der Wellensittich vn Klaus Barbie – Mandela ist tot – From Görli 2 Amerikkka – Achtundfünfzig Millionen Schweine und neue Texte

Jannis Poptrandov, geb. 1974 in Berlin (West),
regelmäßige Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften,
zuletzt erschienen Η Ευρώπη μυρίζει τελειότητα
(Europa riecht nach Vollkommenheit, Teflon, Athen 2016), lebt und arbeitet in Berlin.

Matthias W.



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