Anneke Lubkowitz, Falling through the map (Sukultur) Freitag, 9.3.2018 21 Uhr

Die monatliche Lesereihe der Automatendichtung von Sukultur im ORi
Diese Woche zu Gast: Anneke Lubkowitz

»Kann das minuziöse Gehen durch die Stadt sichtbar machen, was man sonst nicht sieht ?«

Anneke Lubkowitz’ Essay ist Protokoll und Ergebnis eines Streifzugs durch Berlin: Pankow, Wedding, Moabit. Das ziellose Umherschweifen eröffnet einen unheimlichen Blick auf die andere, die überschriebene, die unsichtbare und die nichtgesehene Stadt. Und durch das Schweifen weitet sich die Realität, Glitches werden wahrnehmbar: ständig Wechseln die Sphären, alles überlagert sich, die Topografien, Karten und Zeiten. Wie aber lässt sich »denken, was gleichzeitig da und nicht da ist?«

Falling through the map ist ein gewagter Sturz durch das »enge Raster des Hier und Jetzt«.

Anneke Lubkowitz, geboren 1990 in Baden-Baden, hat an der Freien Universität Berlin und der University of Edinburgh Vergleichende Literaturwissenschaft studiert und promoviert an der Berliner Humboldt-Universität zu Natur und Übernatürlichem in der britischen Gegenwartsliteratur. Seit 2011 ist sie Mitherausgeberin des Literaturmagazins Sachen mit Woertern. Sie schrieb und übersetzte u.a. für Stadtaspekte, Fixpoetry und metamorphosen. Bei SuKuLTuR erschien bereits ihr Essay Nach der Natur als Nachwort der Lyrik-Anthologie Lob der mechanischen Ente, herausgegeben von Tobias Roth (2017).

Bei Sukultur auch von ihr erschienen (Nachwort):

https://www.sukultur.de/lob-der-mechanischen-ente.html

Zu der ‚blauen Reihe‘ unendlich unwahrscheinlich‚von Sukultur:

Gefangen im Dilemma einer katastrophischen Gegenwart, realitätshörig, bewältigend, belegt mit Hypotheken, sehnsüchtig nach Science-Fiction: Die Reihe unendlich unwahrscheinlich erarbeitet eine Topografie der gegenwärtigen Verwerfungen, sie versammelt berechtigte Zweifel, wildes Denken und notwendige Wagnisse. Wie können wir wieder beginnen, von der Zukunft zu sprechen?

»Die Tatsache, dass der Mensch zum Handeln im Sinne des Neuanfangens begabt ist, kann daher nur heißen, dass er sich aller Absehbarkeit und Berechenbarkeit entzieht, dass in diesem einen Fall das Unwahrscheinliche selbst noch eine gewisse Wahrscheinlichkeit hat, und dass das, was rational, d.h. im Sinne des Berechenbaren, schlechterdings nicht zu erwarten steht, doch erhofft werden darf.« – Hannah Arendt

Matthias W.