Choose Utopia

1: Berlin fuckt mich ab. 

Spätestens seit Corona. Immergleiche Menschen, immergleiche Straßen, neoliberale Politik die  unsere Freiräume nimmt und an jeder zweiten Ecke ein Mann, der mich anspricht, zupfeift, ruft und macht, dass ich mich nicht mehr sicher fühle. Verloren aussehende Menschen, laute Straßen, Müll im Park, Radfahren als Slalom um die Glasscherben herum. Glasfassaden wo früher Spielplätze waren, Menschen die ihre Maske unter der Nase tragen. Depression, ich will nur noch zuhause sein.

2: Ich stehe auf einem Feld in Brandenburg und kann wieder frei atmen. Um mich nur Horizont und Bäume. In der Ferne sehe ich meine Freundinnen, die ganz leicht aussehen.

3: Stadt als Utopie denken. Ich will nicht mehr die Sachen sehen die mich kaputt machen, ich will die Möglichkeiten sehen mich wieder frei zu fühlen: 

Gieß den Baum vor deiner Tür, mach einen Ausflug in einen anderen Bezirk, Aktionen für mehr Fahrradstraßen, Mackern auf die Fresse hauen, Menschen auf ihre Maske hinweisen, Glasscherben aus Glasfassaden machen, kämpft für den Erhalt von Freiräumen, nehmt euren Müll mit, macht erst gar keinen Müll, Stadt neu denken, Kapitalistenschweine enteignen, Wohneigentum fair verteilen, Mackerfreie Zonen, Safe Spaces für Menschen mit Suchterkrankung, Entkriminalisierung von Drogen, Support your local Späti, Bar, Club, Galerie, Solidarität gegen jede Form von Diskriminierung, autofreie Innenstadt, ein Ende der Lebensmittelverschwendung, bedingungsloses Grundeinkommen, Bäume pflanzen, das Patriarchat niederbrennen.

Stadt nicht mehr als Utopie denken, sondern die Utopie leben.