Daniel Ketteler, Zwei Inseln, eine Reise (Sukultur, Automatendichtung), Freitag 8. September 2017, 21 Uhr

Der Herbst kann losgehen! Ob er das nicht schon längst getan hat angesichts der Regenmassen in den vergangenen Wochen? Mit Verlaub, aber: Diese Frage würdigen wir keiner Antwort, heißt es doch irgendwo, dass der Mensch während seines gesamten Lebens etwa drei Jahre lang über das Wetter spricht. Ja, richtig gelesen: drei Jahre lang. Sollte die Frage nicht daher vielmehr lauten, ob man nichts Besseres mit seiner überschaubaren Lebenszeit anzustellen weiß, als sich über klimatisches Einerlei auszulassen? Wir finden zumindest schon. Daher empfehlen wir wärmstens die nächste Automatendichtung mit Daniel Ketteler!“ (Sukultur)

„Seit einigen Wochen bewohnt der junge Herr die Dachmansarde. Eigentlich eine schöne Wohnung. Hinten die Vögel, vorne braust der Verkehr über die stadtgrößte Kreuzung.“

Daniel Ketteler schreibt Lyrik und Prosa, heute liest er, neben neben der Sukultur-Veröffentlichung, noch neue Gedichte, einen Auszug aus einem unveröffentlichten Roman, der soeben in der Münsteraner Zeitschrift „Am Erker“ publiziert ist, die aktuell ihr 40jähriges Jubiläum feiert. Seine Lyrik und Prosa sind von der rauen Realität des Kottbusser Tors in Berlin-
Kreuzberg geformt, wo der Autor als Arzt arbeitet. Das bedeutet nicht, dass kein Platz für Wärme und Humor wäre, vielleicht sogar für einen Funken politische oder spirituelle Utopie.  Aber: gibt es Moral in der Literatur? Ein Anrecht aufs Gesehen-werden? Auf Menschlichkeit? Das sind durchaus Fragen, an denen er sich versucht und an denen sich ja u.a. auch seine großen Vorbilder
Döblin und Büchner versuchten.

Daniel Ketteler, geboren 1978 in Warendorf, Arzt und Autor. Einzelpublikationen: Das Knacken in der Rille, Parasitenpresse, 2007. Grauzone, Roman, Verlagshaus Berlin 2012. Lyrik und Prosa in diversen Anthologien und Zeitschriften, zuletzt: Taxi (Hanser Box 2016), Kurzgeschichte; Kurzprosa in: Am Erker (2017); Gedichte in: Kolik, Mosaik und Ostragehege.

 

 

Matthias W.



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