Disparates Glänzen, Fr., 18. Mai 2018, 20 Uhr

Disparates Glänzen

Lothar Quinkenstein und Marcus Roloff in Gespräch und Texten

In der Reihe „Dichtergespräche“

Freitag, 18. Mai 2018 20 Uhr

 

Disparates Glänzen

Lothar Quinkenstein und Marcus Roloff in Gespräch und Texten

In der Reihe „Dichtergespräche“

Freitag, 18. Mai 2018 20 Uhr

Kann man sagen, die Sprache regt sich? Dass das Aufschreiben von sich regender, sich selbständig machender Sprache die Arbeit des Autors ist? In einem Lyrikgespräch in der SPRITZ setzten sich vor einigen Jahren Marcus Roloff und Lothar Quinkenstein mit nichts geringerem als der Frage nach dem Ursprung des Gedichts auseinander. Wie ist es möglich, der Sprache Selbständigkeit wie einem Naturvulkan zuzugestehen, wenn wir zugleich mitten in der Geschichte stehen, in der dieselbe Sprache auch von Demagogen missbraucht werden kann? Und: erreicht die Sprache die Geschichte, kann sie sich so öffnen, dass wir Geschichtsräume ausmessen können? Kann die dichterische Sprache Disparates einfangen? Was ist ihre Aufgabe heute? Noch immer stehen die beiden Lyriker im Austausch miteinander. Sie setzen ihr Gespräch an diesem Abend fort.

Lothar Quinkenstein stellt seinen neuen Gedichtband „Mitteleuropäische Zeit“ vor (Lyrikedition 2000, 2016). Marcus Roloff seinen neuen Zyklus „traurigkeitsformel“.

Marcus Roloff, geboren 1973 in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern), Lyriker, Prosaautor und Übersetzer. Studium der Germanistik, Philosophie und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Literarische Veröffentlichungen seit 1997 in Literaturzeitschriften, Anthologien und Tageszeitungen. Lyrikübertragungen unter anderem aus dem Amerikanischen (Kenneth Koch; John Ashbery; Peter Orlovsky) und zus. mit G. Gutiérrez aus dem Spanischen (Rafael Cadenas; Adalber Salas Hernández). Eigene Texte wurden ins Englische, Tschechische, Rumänische, Griechische, Niederländische und Spanische übersetzt. 2009 erhielt er ein Aufenthaltsstipendium des Landes Brandenburg im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, 2010 belegte er den zweiten Platz beim »lauter niemand Preis für politische Lyrik«. Zuletzt erschienen die Einzeltitel »reinzeichnung« (Verlag Das Wunderhorn, 2015) und »waldstücke« (Gonzoverlag, 2017). Er lebt in Frankfurt am Main.

Lothar Quinkenstein studierte Germanistik und Ethnologie in Freiburg in Breisgau . Seit 1999 ist er Mitarbeiter am Institut für Germanische Philologie der Adam-Mickiewicz-Universität zu Poznań, seit 2012 unterrichtet er Interkulturelle Germanistik am Collegium Polonicum in Słubice. Quinkenstein verfasst Lyrik und Prosa, literaturwissenschaftliche Artikel, Buchbesprechungen, Studien. Lothar Quinkenstein lebte 1994-2011 in Polen, seit 2011 in Berlin. In seinen Texten beschäftigt sich Quinkenstein vor allem mit deutsch-polnischen Themen, mit Perspektiven der Wahrnehmung Polens und Mitteleuropas, mit den west-östlichen Asymmetrien des Gedächtnisses im Hinblick auf den „zerbrechlichsten Teil des Westens“ (Milan Kundera) und mit Fragen der Erinnerung im deutsch-polnisch-jüdischen Kontext.

 

Matthias W.