Gerda Taro

“Benutzt Kunst als Waffe”, das Motto der Internationalen Werkbundausstellung „Film und Foto“ 1929 wurde auch zum Leitspruch einer Pionierin der Kriefsfotografie – Gerda Taro. 

Die 1910 in Stuttgart geborene Jüdin Gerta Pohorylle kam schon während ihrer Jugendzeit in Stuttgart und später Leipzig mit rassistischen und antisemitischen Ressentiments in Kontakt. Früh engagierte sie sich in linken Gruppierungen, verteilte Flugblätter und wurde 1933 für zwei Wochen inhaftiert. In Folge von Hitlers Machtergreifung floh sie mit einer Freundin nach Paris. 

Hier lernte sie den Ungarn Endre Friedmann kennen, der ihr das Fotografieren beigebrachte. Beide wurden selten engagiert und so kam Gerta auf die Idee sich eine neue Identität zuzulegen. Aus Gerta Pohorylle und Endre Friedmann wurden Gerda Taro (nach Greta Garbo) und Robert Capa. Die beiden waren Partner, Geliebte und reisten 1936 in Folge des faschistischen Militärputsches in Spanien nach Barcelona, um den republikanischen Kampf zu dokumentieren. Die 23-Jährige Gerda wurde als eine der ersten Kriegsfotografinnen bekannt. Sie verstand ihre Arbeit aber nicht nur als Dokumentation sondern auch als Aktivismus. Besonders ihr Blick auf die Kämpferinnen des spanischen Bürgerkriegs, die politische Frau als neuer Frauentypus, ist historisch bedeutsam. 

Auf einem ihrer ersten Solo-Aufträge – ohne Capa – am 25. Juli 1937 fotografierte Taro einen Angriff der deutschen “Legion Condor”. Sie überlebte den Bombenangriff, aber erlag am 26. Juli, mit gerade einmal 26 Jahren, ihren Verletzungen. Zu ihrer Beerdigung kamen Tausende und protestierten still für den antifaschistischen Kampf.

Lange wurden viele ihrer Arbeiten ihrem Partner Robert Capa zugeschrieben, bis 1995 der sog. “Mexikanische Koffer” gefunden wurde. Capa hatte ihn wohl zu Kriegszeiten von Freunden und Bekannten außer Landes schmuggeln lassen. 2007 wurden die 126 Filmrollen mit insgesamt 4.300 Fotos dem International Center for Photography übergeben.