Josephine Baker

Die „schwarze Venus“ tanzt den Charleston im Bananenröckchen und erobert damit Paris im Sturm. Mais ce ne pas tout! Josephine Bakers Lebensgeschichte liest sich wie ein Märchen und ein Agentenroman zugleich.

Freda Josephine McDonald, wie Bakers Geburtsname lautete, wurde am 3. Juni 1906 in ärmlichen Verhältnissen in St. Louis in den USA geboren. Erst als Komikerin, dann als Backgroundsängerin und schließlich als Tänzerin tourte sie durch die USA und kam 1925 als Star der Revue Nègre nach Paris. Den Rassismus der USA hinter sich lassend tanzte sie sich durch Europa, wurde mit Blumen und Edelsteinen überschüttet und spielte als erste schwarze Frau Hauptrollen in verschiedenen Kinofilmen. Auftrittsverbote in Budapest, München, Prag und Wien und die vorherrschende Diskrimierung von People of Color in den USA, trieben sie immer wieder zurück nach Paris, ihrer Wahlheimat.

Während des Zweiten Weltkriegs spendete sie einen Großteil ihres Vermögens an die französische Resistance. Sie machte ihren Pilotenschein und nutzte ihren Prominentenstatus, um heimlich und unter Lebensgefahr wichtige Dokumente der Faschisten für den französischen Widerstand zu kopieren und außer Landes zu schmuggeln. 

In den 1950er Jahren setzte sie sich für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung ein. Sie adoptierte zwölf Kinder unterschiedlicher ethnischer Herkunft, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen – ihren „Rainbow Tribe“.

Am 12. April 1975 starb Josephine Baker in Paris, der Stadt der Stadt, in der sie sich zum internationalen Star tanzte.

Sie veröffentlichte Zeit ihres Lebens unterschiedliche Autobiographien, in denen sie stets andere Geschichten über ihr Leben erzählte. Die auf 20 Jahren Recherche basierende  Biographie von Jean-Claude Baker geht allen Mythen und vorallem der „wahren“ Josephine auf den Grund.

Baker, Jean-Claude/ Chase, Chris: Josephine. The Hungry Heart, New York 1993.