Parataxe – Presentation: Salah Yousif & Ekaterina Vassilieva, Sa., 28. April, 20 Uhr

In welchen Sprachen schreibt Berlin? Berliner Autor*innen, die in anderen Sprachen als Deutsch schreiben, lädt PARATAXE regelmäßig und an wechselnden Orten zu Gespräch, Lesung und Übersetzung ein. Am 28. April präsentieren wir Salah Yousif und Ekaterina Vassilieva.

* Ekaterina Vassilieva wurde 1974 in St. Petersburg (damals Leningrad) geboren und lebt seit den Neunziger Jahren in Berlin. Bereits in ihrer Jugend veröffentlichte sie Prosa in russischer Sprache. Sie studierte Französische, Deutsche und Russische Philologie in Köln und promovierte über die russische Literatur der Postmoderne. Gegenwärtig lebt sie in Berlin und lehrt an der Humboldt-Universität sowie an der Universität Potsdam. Ihr viel beachteter Roman „Камертоны Греля „(de. Die Stimmgabeln des Herrn Grell) wurde 2012 von der Literaturzeitschrift Neva als bestes Debüt ausgezeichnet, außerdem nominiert für den Buchpreis Nationaler Bestseller und für den Russischen Preis. Ihr 2015 erschienener Roman „Сон гермафродита“ (de. Der Schlaf des Hermaphroditos) war ebenfalls auf der Liste des Russischen Preises vertreten. Ein Auszug des Romans wurde 2016 in der Züricher Literaturzeitschrift Variationen in deutscher Übersetzung veröffentlicht.

* Salah Yousif wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts im Sudan geboren und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Er verließ seine Geburtsstadt Khartum 1969, um Pharmazie in Europa zu studieren. Schon als Jugendlicher begann Yousif erste Gedichte zu verfassen. Sein Onkel, ein Schriftsteller, sprach ihm bei diesen literarischen Gehversuchen Mut zu. Egal, wo Yousif lebte, ob in Athen, Bulgarien oder Berlin, er engagierte sich immer politisch. 1972 verschlug es ihn nach Berlin, wo er zunächst mit einem Freund Schmuck am Kurfürstendamm verkaufte. Als Yousif 1988 klar wurde, dass er in Berlin bleiben würde, eröffnete er einen Laden in Kreuzberg. Zuerst verkaufte er Lebensmittel, später auch Antiquitäten und Schallplatten. Bis heute ist Yousifs Laden als An- und Verkauf in der Urbanstraße 46 in Kreuzberg zu finden. Das Gedichteschreiben hat Yousif stets begleitet. Als jemand, der sich als zwischen den Kulturen stehend wahrnimmt und einen besonderen Blickwinkel auf die Welt besitzt, veröffentlicht er bewusst jedes seiner Gedichte zweisprachig: auf Arabisch und auf Deutsch. Zunächst entstehen die Texte auf Arabisch, danach werden mit Freunden die deutschen Fassungen gemeinsam erarbeitet. Frische Ideen und Eindrücke für seine Gedichte gewinnt Salah Yousif nicht nur in Berlin, sondern auch bei regelmäßigen Reisen in seine Heimat nach Khartum. Seine Gedichtbände erscheinen regelmäßig im Propeller Verlag, zuletzt “das offene schweigen“ (2017).

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PARATAXE (2017/18) wird gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und unterstützt durch den Literaturport und das Literarische Colloquium Berlin.

Matthias W.