Pop up-Poesie: Elsye und Timo präsentieren 7. Dez. 20 uhr

Lesung und Präsentation von „030 Berlin“ von Elsye Suquilanda und „extra muros. poemas públicos“ von Timo Berger

EXTRA MUROS – TIMO BERGER
Die Stadt kein Spaziergang mit einer Einführung von Sergio Raimondi

Timo Bergers Gedichte nehmen immer wieder das Thema der Großstadt auf. Waren es in „A cien cuadras del centro“ (San Jose, 2011) und „Microclimas“ (Bahía Blanca, 2014) periphere Metropolen wie Buenos Aires und Lima, so widmet sich sein gerade erschienenes Buch „extra muros. poemas públicos“ (Madrid, L.U.P.I. & Zoográfico, 2019) der Stadt Berlin. Diese “öffentlichen Gedichte” pendeln zwischen dem urbanen Außenraum und dem inneren Reflektionsraum des Subjekts. Verkehrsbewegungen, Straßenschilder, Begegnungen, historische Spuren irritieren im besten Sinne des Wortes unfokussierten Beobachter und skizzieren eine Poetik der verlorenen Kontingenz im Zeitalter der tief in unsere intimsten Sphären eindringenden Algorithmen. Der Titel “extra muros” verweist auch auf den Entstehungsort dieser Gedichte: Geschrieben im hastigen, rastlosen, unsteten Gehen, fern der Eleganz eines Flaneurs in den schmucklosen Vierteln außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer, die einst Verhikel einer Modernisierung und Expanision Berlins waren und sich heute in von Anonymarchitektur geprägten Durchgangsorte einer sich beschleunigenden Kapitalbewegung verwandelt haben. Ursprünglich auf Spanisch verfasst, werden die Gedichte auf der Lesung – hoffentlich – durch eine “Live-Übersetzung” ins Deutsche geführt.

Timo Berger, geboren in Stuttgart, hat in Tübingen, Buenos Aires und Berlin studiert. Mit Rike Bolte gründete er 2006 das mobile lateinamerikanische Poesiefestival Latinale. Er hat Luis García Montero, Fabián Casas, Silvio Rodríguez, Carmen Boullosa und Pola Oloixarac ins Deutsche übersetzt und arbeitet als Redakteur für die Zeitschrift „Kulturaustausch“ in Berlin. Außerdem fotografiert er sehr gerne.

timoberger.blogspot.de
www.latinale.de
facebook.com/Latinale

Sergio Raimondi, geboren in Bahía Blanca, Argentinien, Dichter und Dozent an der Universidad del Sur, ist 2018 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

030 BERLIN – ELSYE SUQUILANDA
Spielwörter, Surrealismus, schwarzer Humor mit einer Einführung von Xueh Magrini Troll

Poesie, einfach, ohne Hosenträger, aber in scharfer Unterwäsche, die zum Spaß, zum Nachdenken und Analysieren des Ortes, an dem wir leben, mit intensivem Wahnsinn einlädt: Berlin, die Kristallkugel.

Poesie, die den Leser abholt, vielleicht in einer M10, wo man Chubaka, Karussell Ringbang oder vielleicht den einen in der Welt treffen kann, um in der Kathedrale des gesegneten Techno Berghain Santísma zu feiern! Berlinoandinosprache of course … ist wie jedes Wesen in dieser Stadt eine Handvoll Kämme und Rüschen, sowie verschiedene Arten von Aliens.

„030 Berlin“ ist ein Gedichtband, der tägliche Kurzfilme besingt, in denen wir alle als Hauptdarsteller mitwirken, ewige Peter Pane, die in einer Welt der Spielzeuge niemals landen, der beobachtet, wie sich die Stadt in ihren verschiedenen Facetten entwickelt, Spaziergänger, Schwimmer in Ihrer Wohnung. Unterschiedliche kleine Formen, die die Nachbarschaften wie Dörfer einkochen. Freiheit, Vielfalt, Toleranz. Kostumbristisch-surreal. Mein Kopf ist ein Flohmarkt, ein Spiel von Wörtern, die jetzt in einem einzigen poetischen Satz kombiniert werden.

„030 Berlin“ ist die Schwester des Buchs „Affenwasser Eau de Toilette Spree“, eine Ecuadorianerin, die vor langer Zeit bemerkt hat, dass sie nicht nur Mensch, sondern eine Mischung aus Affe und Hund ist und auf einem Planeten lebt, auf dem man nicht nur mit einem lebt, Single-Persönlichkeit, du adoptierst mehrere andere und die Geschichten sind real, sind alltäglich, sind deine und gehören mir!

Elsye Suquilanda präsentiert das Buch „030 Berlin“, eine performative Techno-Noise-Poesie begleitet von DJ Joe Le Bon aus Finnland. Das Kollektiv Dunckerstraße lädt die Zuschauer*innen ein, ihre besten Weltraum-Bikinis anzuziehen, um auf einem regen poetisch-visuellen Untergrundmeteoriten gemeinsam durch den Planeten Berlin zu navigieren.

Elsye Suquilanda Multivitamin-Schaffende, Performance-Dichterin, autodidaktische Sängerin. Ich webe Videos, sticke Noise-Musik, bin Tierschutzaktivistin und Mitbegründerin der hundesophischen Bewegung “Chichoismo” und habe an diversen Literatur-, Film- und Kunstfestivals in Lateinamerika, Europa und den USA teilgenommen. Bin Autorin von acht Gedichtbänden, einer Erzählung für Kinder, diversen Drehbüchern für Film- und Theater. Meine Gedichte und Texte sind in verschiedenen Anthologien und Zeitschriften erschienen und wurden ins Deutsche, Englische, Französische, Japanische, Portugiesische, Finnische und Shuar (indigene ecuadorianische Amazonasethnie) übersetzt.
Im Jahr 1979 kam ich in Quito, einer sich an die Rockschöße des Vulkans Pichincha klammernden Stadt, zur Welt, die auf einer imaginären Linie namens Äquator liegt.
Seit 2008 lebe ich in Berlin, wo ich 100 % ecuaterrestrische Poesie “made in Berlin” schaffe.

rukisuky.wordpress.com
kollektivdunckerstrasse.wordpress.com
vimeo.com/elsyesuquilanda
soundcloud.com/rukisukye

Xueh Magrini Troll aka Xuehka geboren in Bogotá Kolumbien, wohnt und arbeitet als Illustratorin in Berlin.

fb.com/Xuehka/
xuehka.blogspot.com/

L.U.P.I. und El Zoográfico sind zwei unabhängige spanische Verlage, die Texte auf spanisch schreibender Berliner Autorinnen und Autoren veröffentlichen, u.a. in der Anthologie El Tejedor en Berlín (2015).

Im Anschluss an die Präsentationen laden wir zu einer Feier ein mit DJ Joe Le Bon (Finland): Scandinavian style techno beats with Berlin Späti effects

https://soundcloud.com/joelebon

Matthias W.